Athen 1896

Erstmalige Medalliengewinner

Der erste Medaillengewinner der modernen Olympischen Spiele ist der Amerikaner James Connolly, der den Dreisprungwettbewerb gewann. Insgesamt holten die Amerikaner elf erste Plätze und schoben sich in der Länderwertung an die Spitze vor Griechenland, die zehn Silbermedaillengewinner aufweisen können. Der bekannteste von ihnen ist der Marathonläufer Spyridon Louis. Die Deutschen, deren Diskussion um eine Olympiateilnahme erst durch Dr. Willibald Gebhardt, der als Begründer der Olympischen Bewegung in Deutschland gilt, angefacht wurde, errangen durch die großartigen Turner um Carl Schuhmann, Hermann Weingärtner und Alfred Flatow den dritten Rang mit sieben gewonnenen Disziplinen. Sie alle mussten sich jedoch daheim als Vaterlandsverräter beschimpfen lassen, weil sie einer „französisch inspirierten Sache“ gedient haben. Der Radfahrer Paul Masson schob sein und Coubertins Heimatland Frankreich auf Rang 4, danach folgten Großbritannien/Irland mit drei, Ungarn, Österreich und Australien mit jeweils zwei Silbermedaillen. Irland wurde erst 1918 unabhängig, so dass der Ire John Boland für Großbritannien das Tennisturnier im Einzel und zusammen mit dem Deutschen Friedrich Traun das Doppel gewann. Ungarn, erfolgreich durch den großartigen Schwimmer Alfred Hajos, und Österreich, das seine Silbermedaillen Adolf Schmal im Radfahren und Paul Neumann im Schwimmen verdankt, gehörten beide noch zur k.u.k.-Donaumonarchie Österreich-Ungarn an. Auf die letzten beiden Ränge gelangten Dänemark, im Gewichtheben durch Viggo Jensen erfolgreich, und die Schweiz, dessen drei Medaillen allein Louis Zutter holte.