Athen 1896

Die Olympische Familie

Das Athener Olympiastadion
IOC-Mitglieder von Athen 1896:
(v.l.) Gebhardt (GER), Coubertin (FRA),
Guth-Jarkovsky (Böhmen), Bikelas (GRE),
Kemeny (HUN), Butowski (RUS), Balek (SWE)

Am 23. Juni 1894 wurde das als Festveranstalter verstandene Internationale Olympische Komitee (IOC) gegründet. Seine Struktur basiert bis heute auf den Ideen Coubertins. Erster Präsident jedoch wurde Demetrius Bikelas als Vertreter des Gastgebers Griechenland, erst 1896 erhielt Coubertin, der sich selbst das Amt des Generalsekretärs sicherte, dieses Amt, dass er dann 30 Jahre lange inne haben sollte.
Die Vergabe der Spiele nach Athen schien sich jedoch zwischenzeitlich an den finanziellen Möglichkeiten Griechenlands, damals eines der ärmsten Länder Europas, das 1893 Staatsbankrott gemeldet hatte, als Fehler herauszustellen. Sehr früh zeigte sich, dass die ursprünglich geschätzten Mittel von 150.000 Drachmen nicht ausreichen würden.
Doch den Griechen an sich kamen die Spiele sehr als Stärkung ihres Nationalbewusstseins entgegen. Zwar fand der in Dänemark geborene griechische König Georg I. viel Anklang beim Volk, so dass durch Sammlungen 300.000 Drachmen eingenommen werden konnten. Mit Hilfe von Sonderbriefmarken zugunsten der Olympischen Spiele, die weitere Einnahmen von 400.000 Drachmen mit sich zogen, konnten die Spiele dann doch noch finanziert werden. Der in Alexandria lebende griechische Millionär Georg Averoff, der in Athen schon einige Institutionen hat bauen lassen, stiftete das Athener Olympiastadion (Panathenäisches Stadion, Kosten 920.000 Drachmen), wie es in seiner ganzen Pracht dastand. Wenn man bedenkt, dass die Welt keine Veranstaltung dieser Größe bisher organisiert hatte, muss man Georg I. und seinem Sohn Konstantin für die "wahrhaft königlichen" Spiele danken.